Frauen Union Karlsruhe zum Tag gegen Gewalt an Frauen:

„Zunahme häuslicher Gewalt an Frauen ist besorgniserregend!“

 

Nach Angaben des baden-württembergischen Innenministeriums im August 2017 haben Fälle häuslicher Gewalt in 2016 zugenommen und einen Höchststand erreicht. Im Südwesten wurden mehr als 12.000 Menschen verletzt, vergewaltigt oder gegen ihren Willen festgehalten. Von den 11.334 registrierten Fällen, sind 9.966 Opfer Frauen. In Karlsruhe wurden 264 Polizeieinsätze registriert. Die Zahl der Fälle, bei denen Polizei- und Ordnungskräfte eingreifen müssen, steigt.

„Es ist besorgniserregend, dass die Zahl häuslicher Gewalt derart zunimmt. Frauen werden immer öfter Opfer von gewalttätigen Übergriffen im engsten Familienkreis. Zwar werden bei etwa zwei Drittel der Fälle gegenüber dem Täter mehrtägige Wohnungsverweis durch die Polizei ausgesprochen, damit die Opfer während der Zeit der räumlichen Trennung bei Gericht Maßnahmen nach dem Gewaltschutzgesetz beantragen können. Häusliche Gewalt ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat, die entsprechend verfolgt und geahndet werden muss und in der Gesellschaft nicht tabuisiert werden darf “, so die Vorsitzende der Karlsruher Frauen Union Rahsan Dogan.

 

Christel Amann führt aus: „Die Dunkelziffer der Gewalt im häuslichen Bereich liegt noch höher. Viele Opfer wagen aus Angst oder Scham nicht den Schritt, die Polizei oder die Gerichte um Hilfe zu bitten, sondern schweigen. Unter der kostenfreien Rufnummer 08000116016, bei der jeder Anruf anonym bleibt und nicht auf der Telefonrechnung erscheint, können misshandelte Frauen und Kinder Hilfe suchen. Der Sozialdienst katholischer Frauen sowie der Verein zum Schutz misshandelter Frauen und Kinder e.V. bieten in Karlsruhe in ihren Frauenhäusern ebenfalls vorübergehende Zufluchtsmöglichkeiten. Wir wollen Frauen und Kinder auf diese Hilfemöglichkeiten hinweisen. Wir sehen aber auch weiteren Handlungsbedarf. Es fehlt noch immer an flächendeckenden Angeboten für lokale Beratungs- und Interventionsstellen, die Opfer gleich nach einem Polizeieinsatz betreuen können. Hier sind Politik und Kommunen gefordert.“